Lausitzer Rundschau: Streit um Gebührenerhöhungen bei der Gema

(03.07.2009) (ots) - Die Urväter der Musikverwertungsgesellschaft Gema tragen so klangvolle Namen wie Richard Strauss oder Engelbert Humperdinck. Eine "Vermittlungsstelle" wollten sie zu Beginn des 20..Jahrhunderts gründen, die die Rechte von "Tonsetzern, Textdichtern und Verlegern" schützt. Heute ist aus der kleinen Genossenschaft eine der weltweit größten Autorengesellschaften für Musik geworden - ein Moloch. 60.000 Rechteinhaber, jährlich mehr als 800.Millionen Euro Umsatz, abzurechnen nach einem Tarifschlüssel, der 150.verschiedenen Paragrafen umfasst. Kritiker monieren schon lange, dass die Preispolitik der Gesellschaft undurchschaubar sei: 70.Prozent aller Einnahmen würden an zehn Prozent der Mitglieder ausgeschüttet. Während die Branchenriesen profitieren, müssen sich die übrigen 90 Prozent - kleine Veranstalter und ohnehin schlecht verdienende Musiker aus der Provinz - mit 30 Prozent Gema-Einnahmen begnügen. Nun sollen diese Ungerechtigkeiten durch Gebührenerhöhungen zementiert werden. Popstars und Großveranstalter werden darunter wenig zu leiden haben, bei Superauftritten von Madonna und Co machen zwei Euro "Gema-Aufschlag" an der Konzertkasse kaum einen Unterschied. Wenn aber die kleinen Clubs und Festivals der Region gestiegene Gebühren an die Besucher weitergeben müssten, wäre das für viele Veranstaltungen das Ende. Wo aber liegt eine mögliche Lösung? Die Gema rät zur Geduld: Sie hat "Lehrstuhlinhaber der Mathematik" engagiert, die am Problem arbeiten. Das aber, so die Gema, dauere noch eine Weile. Womit wieder bewiesen wäre, dass nichts so schwer ist wie das Einfache.x

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