Rheinische Post: Bierhoff bleibt der Buhmann Kommentar Von Robert Peters

(09.02.2010) (ots) - Die führenden Kräfte im Deutschen Fußball-Bund haben in ein paar Tagen mit zwischenzeitlich großem Erfolg an der Ruinierung des eigenen Rufs gearbeitet. Gestern bewiesen sie politischen Instinkt. Der Frankfurter Friedensgipfel nimmt die tiefe Verstimmung zwischen den wichtigsten Figuren vorläufig von der Tagesordnung. So ersetzt zunächst professioneller beruflicher Ernst eine beständige öffentliche Auseinandersetzung. Die wäre ohne mindestens ein prominentes Opfer noch vor der WM kaum zu überstehen gewesen. Mit einiger Sicherheit wäre das Teammanager Oliver Bierhoff geworden. Ihm weht der Wind der Öffentlichkeit ganz besonders kräftig ins Gesicht. Entsprechend reumütig präsentierte sich der Geschäftsmann. Ob das eine berufserhaltende Maßnahme ist, scheint dennoch fraglich. Präsident Theo Zwanziger, der mit allen politischen Wassern gewaschen ist, hat nicht zufällig den schönen Satz gesagt, dass alle außer Löw austauschbar seien. Bierhoff muss damit rechnen, dass über seinen Vertrag nach der WM lieber nicht gesprochen wird. Ob Löw dann noch die Nibelungentreue an den Tag legt, die ihn zurzeit an Bierhoff bindet, ist eine offene Frage. Die Antwort hängt auch vom WM-Ergebnis ab. Kommt Löw mit dem Team ins Halbfinale, hat er eine gute Verhandlungsposition.

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