Neue OZ: Kommentar zu Fußball / Zwanziger

(12.03.2010) (ots) - In dubio pro Theo

Ein einstimmiges Vertrauensvotum hat seinen Wert. In seltener Einmütigkeit hat Theo Zwanziger förmliche Unterstützung erfahren - von den DFB-Kollegen und den Vertretern des Profifußballs. Wer trotz offenkundiger Fehler so gestärkt wird, hat entweder keinen potenziellen Gegenkandidaten oder viel Kredit. Beides trifft auf Zwanziger zu, dessen DFB-Führung in den ersten Jahren nach seiner Wahl 2006 zum alleinigen Präsidenten ein wohltuender Kontrast zu seinem Vorgänger Mayer-Vorfelder war.

Doch zuletzt verlor er die Souveränität, die dieses Amt erfordert. Mit voreiligen Erklärungen und Rücktrittsdrohungen hat Zwanziger seinen guten Ruf selbst beschädigt. Das wurde ihm deutlich gesagt; er war gezwungen, diese Fehler einzugestehen. Mehr war nicht zu erwarten - kurz vor der WM und in einer Phase, in der der DFB einige Baustellen abarbeiten muss. Zwanziger wird genug Gelegenheit haben, seine Verbesserungen im Krisenmanagement zu zeigen.

Im Fall Amerell/Kempter wird das nicht mehr helfen. Auch nicht durch Reformen des Schiedsrichterwesens, das in den letzten 15 Jahren unter der Regie des nun so gescholtenen Volker Roth professionalisiert und modernisiert wurde. Der Fall ist eine persönliche Tragödie, die nicht durch Fehler im System, sondern durch menschliche Schwächen ausgelöst wurde.

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