Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Rockerbanden / Verbot

(19.03.2010) (ots) - Druck erhöhen

Hells Angels, Bandidos, Outlaws: Mit der Easy-Rider-Romantik Hollywoods haben diese Gruppen nichts gemein. Längst sind Rockerbanden zu festen Größen der organisierten Kriminalität geworden - auch in Deutschland. Mit Waffenschiebereien, Menschen- und Drogenhandel verdienen sie Millionen.

Es ist völlig richtig, wenn die Politik diesem gefährlichen Treiben ein Ende setzen will. Mit einem Verbot von Clubs - wenn sich alle Innenminister denn darauf einigen könnten - wird das freilich nicht gelingen. Ein Verbot mag Organisationen und Club-Treffpunkte zerschlagen, aus den Mitgliedern aber sicher keine besseren Menschen machen. Sie werden sich im Untergrund neu organisieren und damit zunächst vom Radar der Behörden verschwinden. Hinzu kommt, dass ein Verbot juristisch nicht leicht umzusetzen ist. Der Staat muss den schwierigen Nachweis führen, dass die Straftaten Einzelner im Interesse oder auf Geheiß der Clubspitze erfolgen und die kriminellen Gewinne in der Bandenkasse landen.

Anstatt fruchtlose Verbotsdebatten zu führen, gilt es Hells Angels, Bandidos und Co. massiv zuzusetzen. Denn - das ist die gute Nachricht - die Polizei hat Rockerbanden längst als große Gefahr für die Sicherheit erkannt. Die Clubs sind durch Kontaktleute infiltriert, Sonderermittler haben die Szene fest im Visier. Diesen Druck gilt es noch zu erhöhen. Das ist aufwendig, aber ohne Alternative.

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