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(22.06.2006) (ots) - Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) leistete im
Jahr 2005 mit mehr als 1.000 Fachkräften in 46 Partnerländern einen
wesentlichen Beitrag zur Armutsminderung. Fachliche Kompetenz und
kostengünstiger Beratungseinsatz, insbesondere auf der lokalen und
regionalen Ebene, bewirken eine hohe Akzeptanz des DED in den
Partnerländern und machen ihn zu einem unverzichtbaren Akteur der
deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit. Mit den
Leitgedanken Friedensförderung und Stärkung demokratischer Prozesse
konzentriert sich das Engagement des DED auf Afrika weiterhin mit 52%
seines Personaleinsatzes. 26% der Entwicklungshelfer sind in Asien
und 22% in Lateinamerika/Karibik tätig. Im Jahr 2005 standen dem DED
aus dem Bundeshaushalt EUR 86,6 Mio. zur Verfügung. Durch Aufträge
Dritter, Kooperationen, aber auch Leistungen der Partnerländer,
erwirtschaftete der DED weitere EUR 6,5 Mio. und verfügte somit im
Jahr 2005 über ein Finanzvolumen von EUR 93,2 Mio. Diese Zahlen
stellten Uwe Runge, Vorsitzender des DED-Verwaltun gsrates, und der
DED-Geschäftsführer, Jürgen Wilhelm, heute in Bonn vor.
Mehr Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen
Organisationen
Immer anspruchvollere internationale Verpflichtungen
spielen für die Arbeit des DED eine wesentliche Rolle. Eckpunkte sind
die "Erklärung von Paris" zu mehr Wirksamkeit der
entwicklungspolitischen Projekte und Programme, die
"Millenniumsentwicklungsziele" zur Halbierung der Armut bis zum Jahr
2015 und die von der Bundesregierung daraus abgeleitete
Entwicklungszusammenarbeit "aus einem Guss". "Der DED hat das Jahr
2005 darauf verwandt, sein Profil zu schärfen und ist für die neuen
Herausforderungen hervorragend aufgestellt", so Wilhelm. Knapp die
Hälfte der Entwicklungshelfer arbeitete 2005 in Kooperationen mit
deutschen Durchführungsorganisationen, aber auch zunehmend mit der
EU, Regionalen Entwicklungsbanken und der Weltbank. Die ausgewiesene
Kompetenz des DED, Nachhaltigkeit durch eine partizipative und
dialogfördernde Arbeitsweise zu sichern, hat die Weltbank dazu
bewogen, den DED zur Zusammenarbeit in ihren regionalen Büros
einzuladen. Im östlichen und südlichen Afrika ist dazu ein Anfang
gemacht.
Entwicklung braucht Frieden
Mit den Arbeitsschwerpunkten Förderung der wirtschaftlichen
Entwicklung, Aufbau dezentraler staatlicher Strukturen, aber auch dem
Einsatz von Friedensfachkräften stellt der DED in Afghanistan mit
rund 80 Fachkräften und lokalen Mitarbeitern das größte Kontingent
der deutschen zivilen Dienste. Durch die hohe Qualität seiner Arbeit
genießt der DED bei den afghanischen Partnern große Anerkennung und
Akzeptanz. Die Abstimmung mit der Bundeswehr funktioniert
einwandfrei. Wilhelm: "Man kennt sich und schätzt die gegenseitige
Arbeit." Im Rahmen der "Tsunami-Wiederaufbauhilfe" der
Bundesregierung ist der DED seit September 2005 in Indonesien aktiv.
Mittelfristig wird ein Landesprogramm aufgebaut mit den
Arbeitsschwerpunkten Stärkung dezentraler Strukturen und nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung. Die hoffnungsvolle politische Entwicklung in
Haiti hat den DED dazu bewogen, ein Landesprogramm aufzubauen. Anfang
2006 hat der DED die Zusammenarbeit mit der KfW in dem Programm
"Armutsbekämpfung und lokale Entwicklung" aufgenommen. In Syrien
engagiert sich der DED in einem Kooperationsprojekt zur Verbesserung
der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Besondere Herausforderungen
In Ländern, in denen die staatliche deutsche
Entwicklungszusammenarbeit aus politisch- strategischen Gründen
vorübergehend nicht tätig ist, kann der DED die Statthalterfunktion
übernehmen. In Simbabwe und im Sudan ist der DED die einzige deutsche
Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Im Sudan, dem durch
Bürgerkrieg geteilten Land, übernimmt er zusätzlich zur
ernährungssichernden Programmarbeit auch infrastrukturelle Aufgaben
der deutschen Außenvertretung. Diese Präsenz ist für die
Zivilbevölkerung von großer Bedeutung, sie hat Schutzfunktion und
ermutigt zivile Entwicklungsprozesse. Darüber hinaus erhält der DED
Strukturen und Netzwerke, die den Wiedereinstieg bei politisch
stabilisierten Verhältnissen für die anderen Organisationen
erleichtert.
DED und die UN-Initiative Global Compact
Im Jahr 2005 ist der DED dem Global Compact beigetreten. Diese
Initiative des UN-Generalsekretärs Kofi Annan hat das Ziel,
Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltstandards und der
Korruptionsbekämpfung in der Privatwirtschaft Geltung zu verschaffen
und eine gerechte Gestaltung von Globalisierung zu fördern. Die
Mitgliedschaft ist nicht nur Selbstverpflichtung für den DED zu einer
sozial verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social
Responsibility - CSR), sondern ermöglicht die Beratung von Betrieben
in 46 Partnerländern, die in wachsender Anzahl soziale und
ökologische Verantwortung übernehmen wollen. Wilhelm weist darauf
hin, dass bereits 90 Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft
im Süden abgeschlossen wurden. In Südafrika berät der DED das
UN-Regionalbüro personell. Einsätze in Vietnam und auf den
Philippinen sind geplant.
Qualität des Engagements sichern
Der DED ist die einzige deutsche Organisation der
Entwicklungszusammenarbeit, der für ihre Unternehmenszentrale in Bonn
von der European Foundation of Quality Management (EFQM) die
Zertifizierung zugesprochen wurde. Ende 2005 konnte das
anspruchsvolle Projekt der Einführung des systematischen
Qualitätsmanagements nach EFQM in allen Länderbüros planungsgemäß
abgeschlossen werden. Bis Ende 2007 wird ein Begleitprogramm helfen,
das Verfahren vor Ort zu festigen. "Die wirkungsorientierte
Steigerung der Leistung des DED in den Partnerländern wird somit
abgesichert und festigt die Zukunftsfähigkeit des DED", so Wilhelm.
Originaltext: DED Deutscher Entwicklungsdienst
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