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(23.05.2007) (ots) - Politiker von SPD, Grünen und FDP haben entsetzt
und empört auf die Praxis der Polizei reagiert, bei G8-Gegnern
Körpergeruchsproben zu nehmen, um im Fall des Falles Hunde gezielt
auf Gegendemonstranten im Rahmen des Industriegipfels der G8-Staaten
Anfang Juni in Heiligendamm einsetzen zu können.
Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse von der SPD sagte gegenüber
der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwoch-Ausgabe): "Eine solche Praxis
erinnert mich an Stasi-Methoden." Der ostdeutsche SPD-Politiker
warnte die Behörden "vor Hysterie, die zu Polizeistaats-Methoden à la
DDR führen" könnte. Es sei für ihn "schon schlimm genug, dass ich
rund um das Tagungsgelände einen kilometerlangen Metallzaun ertragen
muss, der mir die Mauer aus DDR-Zeiten zurück ins Gedächtnis bringt",
sagte Thierse. Sein Fraktionskollege, der frühere Leipziger
Bürgerrechtler Gunter Weißgerber meinte: "Das sind Methoden, wie ich
sie in der DDR kennen gelernt habe".
Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Hans-Christian Ströbele
erklärte gegenüber der Zeitung: "Das ist der Schnüffelstaat in
Perfektion." Er erinnerte daran, dass bereits in den 80er Jahren das
Bundesamt für Verfassungsschutz Geruchsproben von vermeintlichen
System-Gefährdern gesammelt habe. Nach öffentlichem Protest sei diese
Praxis aber dann beendet worden. "Es ist unappetitlich, dass unsere
Sicherheitsbehörden jetzt Methoden anwenden, die schon die Stasi
praktiziert" habe, so Ströbele.
Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Max Stadler sprach
von "unverständlichen Methoden", die vermutlich "ins Blaue hinein"
gesammelt werden, da unklar sei, woher man heute schon wisse, wer
Anfang Juni gewalttätig demonstrieren wolle.
Der Unterdrückungsapparat der Staatssicherheit zu DDR-Zeiten hatte
tausende von Geruchsproben von DDR-Bürgern gesammelt, die als
unzuverlässig galten. Einige dieser Relikte sind noch heute in der
"Runden Ecke" in Leipzig in der Ausstellung über die verbrecherischen
Methoden der Stasi zu besichtigen.
Originaltext: Leipziger Volkszeitung
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