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(05.09.2008) (ots) - Die Wähler in den USA haben auf den ersten Blick
zumindest gar keine andere Wahl mehr, als dem Aufbruch zu neuen Ufern
ihren Segen zu geben. Die beiden Präsidentschaftskandidaten, John
McCain und Barack Obama, übertreffen sich geradezu darin, auf maximal
mögliche Distanz zu all dem Schlamassel zu gehen, den ihnen die
Bush-Truppe hinterlassen wird. Der Wettkampf um das Maximum an
Wechsel hat allerdings einen großen Pferdefuß.
Die Republikaner um McCain verkünden zwar, dass sie jetzt alles
anders machen wollen. Wer aber genauer hinsieht, wird schnell
feststellen, dass es im Wesentlichen bei der bisherigen Politik
bleiben soll. Und die Demokraten um Obama sind mit dem näher
rückenden Wahltag dabei, jede auch nur ansatzweise umstrittene
Forderung aus dem Programm zu streichen. Ihr Wechsel entpuppt sich
bei einem kritischen Blick als vorsichtige Kurskorrektur. Damit
allerdings müssten sie bei der Stimmung im Lande und der
eingeschränkten Auswahl den Sieg in der Tasche haben. Denn wenn die
Wähler sich selbst ernst nehmen, sollte es nicht allzu schwer sein,
sie auf die republikanische Mogelpackung zu stoßen. Aber es spricht
doch einiges dafür, dass das Gerede vom Wechsel weniger ernst gemeint
ist und viel eher dazu dient, sich selbst in die Tasche zu lügen. Die
Euphorie, mit der die Hardcore-Gotteskrieger die junge Dame bejubeln,
die McCain aus der Kälte Alaskas ins Weiße Haus befördern will, ist
bezeichnend. Denn Sarah Palin verkörpert exemplarisch all die
Bigotterie, mit der sich viele ihrer Landsleute durchs Leben lügen.
Und solch eine Haltung könnte sich durchaus noch als mehrheitsfähig
erweisen, zumal als Gegenpart der schwarze Mann steht. Amerika hat
diesmal eine ziemlich glasklare Wahl. Es kann sich entscheiden
zwischen einem mit Wendeparolen parfümierten Weiter-So einerseits
oder einer Politik der vorsichtigen Öffnung hin zu den bitteren
Wahrheiten andererseits. Derzeit ist dieses Rennen offen.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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