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(20.11.2008) (ots) -
- Krankenkassen, die Einheitsbeitrag überschreiten, müssen mit
Wechselwelle rechnen
Der zum 1. Januar 2009 in Kraft tretende Gesundheitsfonds stößt in
der Bevölkerung zunehmend auf Skepsis. Nicht nur, dass die meisten
GKV-Versicherten durch den von der Bundesregierung mittlerweile
beschlossenen Einheitstarif von 15,5 Prozent in Zukunft teils
deutlich höhere Beiträge zahlen müssen - jeder zweite (50%)
befürchtet darüber hinaus ein weiter abnehmendes Leistungsniveau der
gesetzlichen Krankenversicherung. Aktuell lehnen 39 Prozent der
GKV-Versicherten die Vereinheitlichung der Beitragssätze ab; im
September waren dies erst 31 Prozent. Lediglich 16 Prozent bekunden
Zustimmung zur Reform des GKV-Finanzierungssystems (September: 19%),
45 Prozent trauen sich hierzu noch kein abschließendes Urteil zu.
Dies zeigt die aktuelle Ausgabe der Studie "Markttracking
Gesundheitsfonds" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts
psychonomics AG. Monatlich werden 1.000 GKV-Mitglieder zwischen 16
und 65 Jahren zu ihren Einstellungen zum Gesundheitsfonds und ihrer
bereitschaft, die Krankenkasse zu wechseln, befragt.
Demnach sind aktuell 80 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten
grundsätzlich über die Einführung des Gesundheitsfonds informiert
(September: 74%; März: 53%). Allerdings ist nur gut der Hälfte der
Versicherten (58%) bislang bekannt, dass die Kassen - je nach
wirtschaftlicher Situation und in bestimmten Grenzen - Zuschläge auf
den neuen Einheitsbeitrag erheben oder mögliche Überschüsse in Form
von Prämien an ihre Mitglieder zurückzahlen können.
Derzeit rechnet jeder fünfte GKV-Versicherte (22%) mit
zusätzlichen Beiträgen seiner Krankenkasse über den Einheitstarif
hinaus. Am stärksten ist diese Befürchtung aktuell unter den
Mitgliedern der AOKen ausgeprägt, gefolgt von den
Betriebskrankenkassen (BBK), den Innungskrankenkassen (IKK) und den
Ersatzkassen. 31 Prozent erwarten hingegen - nicht zuletzt aufgrund
der oftmals deutlichen Erhöhung gegenüber dem jetzigen Beitragssatz -
dass ihre Krankenkasse eine Prämie ausschütten wird. Im Falle der
Erwirtschaftung von Überschüssen durch die gesetzlichen Krankenkassen
bevorzugen knapp zwei Drittel der GKV-Mitglieder (63%) eine solche
Prämienausschüttung, mehr als ein Drittel (37%) präferiert hingegen
die Investition von Überschüssen in ein erweitertes Leistungsangebot.
Zusatzbeiträge erhöhen Wechselgefahren deutlich
Auf diejenigen Krankenkassen, die nach Einführung des
Gesundheitsfonds von ihren Mitgliedern Zuschläge zum Einheitstarif
verlangen (müssen) - während andere Kassen dies nicht tun oder ihren
Mitgliedern sogar Prämien oder zusätzliche Leistungen bieten - könnte
bereits im kommenden Jahr eine erhebliche Wechselwelle zurollen.
Marktszenarien zeigen, dass die Wechselbereitschaft der Versicherten
je nach Zuschlagshöhe bzw. finanzieller Benachteiligung beim drei-
bis vierfachen der "natürlichen" Fluktuation von fünf Prozent liegt.
Profitieren können hingegen Kassen, die Überschüsse in Form von
Prämienzahlungen oder zusätzlichen Leistungen an ihre Versicherten
weitergeben.
"Das Überschreiten des Einheitstarifs hat für die Versicherten
besondere Signalwirkung und beflügelt die Wechselbereitschaft",
erläutert Anja Schweitzer, Leiterin der HealthCare Marktforschung der
psychonomics AG. "Gleichzeitig werden sich die Versicherten vor dem
Hintergrund des mit dem Einheitstarif verbundenen Wegfalls größerer
Preisunterschiede zwischen den Kassen, zukünftig stärker für deren
Leistungs- und Servicedifferenzen interessieren", so die Prognose.
Die komplette 50-seitige Studie "Markttracking Gesundheitsfonds"
(Ausgabe Oktober 2008) mit zahlreichen Differenzierungen nach
Soziodemographie, Gesundheitszustand und Krankenkassenzugehörigkeit
sowie für unterschiedliche Marktszenarien kann über die psychonomics
AG bezogen werden. Die kommende Ausgabe der regelmäßigen
Marktbeobachtung zu den Auswirkungen des Gesundheitsfonds erscheint
Anfang Dezember 2008.
Weitere Studieninfo:
www.psychonomics.de/tracking_gesundheitsfonds.pdf
Studienleitung: Anja Schweitzer
(Leiterin psychonomics HealthCare)
- Tel.: +49 (0)30 308 74 47-0 -
E-Mail: anja.schweitzer@psychonomics.de
Originaltext: psychonomics AG
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