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(30.11.2008) (ots) - In einem großen Festakt hat die Wochenzeitung DIE
ZEIT, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und die Marion
Dönhoff Stiftung am 30. November 2008 zum sechsten Mal den "Marion
Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung"
verliehen. Rund 1000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft, Kultur und Medien kamen zur Preisverleihung ins
Hamburger Schauspielhaus. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
überreichte den diesjährigen Hauptpreis an Egon Bahr.
Frank-Walter Steinmeier ehrte Bahr in seiner Laudatio als großen
deutschen Außenpolitiker. "Er hat gegen Widerstände, an die sich nur
noch wenige erinnern können, die Entspannung in unserem Verhältnis zu
Osteuropa ermöglicht. Er konstruierte den strategischen Kompass für
dieses weit in die Zukunft reichende Projekt und er half dann
durchzusetzen, was nicht wenige Zeitgenossen für undenkbar hielten.
Er tat es beharrlich, mit Herz, mit Verstand, mit gutem Handwerk."
Steinmeier weiter: "Egon Bahr stellte sich den Folgen des Zweiten
Weltkriegs und suchte Auswege aus dem Kalten Krieg." Bahr sei "ein
scharfsinniger Denker und Analytiker der Außenpolitik" gewesen, wie
es nur wenige gebe.
Egon Bahr sagte in seiner Dankesrede: "Entspannung und Stabilität
sind Zwillinge. Letztlich gilt es im kommenden Jahr eine neue
Konfrontation zu verhindern, die den Kontinent wieder lähmt und die
Mitglieder von EU und Nato entzweit. Es geht um das große Erbe der
Entspannungspolitik, die Kooperation zu festigen." "Wer überlegt, was
von der Entspannungspolitik relevant für die Gegenwart geblieben
ist," so Bahr weiter, "stößt auf die verantwortungsvolle Rolle, die
Deutschland dabei spielen kann, falls Präsident Obama in eine
ähnliche Richtung denkt. Ich bin überzeugt, das wäre auch im Sinne
von Marion Dönhoff."
Die Laudatio auf den Förderpreisträger, die Masifunde
Bildungspatenschaften e.V., hielt der afrikapolitische Berater des
Bundespräsidenten und ZEIT-Korrespondent Bartholomäus Grill.
In diesem Jahr sind wieder hunderte Leser dem Aufruf der ZEIT
gefolgt und haben Personen und Organisationen vorgeschlagen, die sich
im Geiste Marion Dönhoffs engagieren. Die Jury, bestehend aus Theo
Sommer (DIE ZEIT), Manfred Lahnstein (ZEIT-Stiftung), Hermann Graf
Hatzfeldt (Marion Dönhoff Stiftung), Helmut Schmidt, Richard von
Weizsäcker, Lord Ralf Dahrendorf, Fritz Stern, Janusz Reiter und Anne
Will, hat die Preisträger aus den Vorschlägen der ZEIT-Leser
ausgewählt.
Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter presse.zeit.de.
Originaltext: DIE ZEIT
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