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(01.12.2008) (ots) - Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt ausdrücklich,
dass der Bundesrat mehr Rechte für die Fahrgäste der Eisenbahnen
fordert, als die Bundesregierung einräumen möchte. Der Bundesrat
hatte am vergangenen Freitag einen entsprechenden Beschluss gefasst,
der das Ergebnis der Beratung über ein von der Bundesregierung
eingebrachtes Fahrgastrechte-Gesetz ist.
"Besonders erfreulich ist, dass die Bundesländer den Fahrgästen
bereits bei 30 Minuten Verspätung einen Ersatz von 25 % des
Fahrpreises zubilligen wollen," erklärt Rainer Engel, Rechtsexperte
des Verbraucherverbandes. "Die Bundesregierung will nur den
Mindeststandard der Europäischen Union vorschreiben. Dieser
Mindeststandard mag für Südosteuropa angemessen sein - für
Deutschland wäre er ein Freibrief für Verspätungen." Ein Gutachten im
Auftrage der Bundesregierung hatte noch höhere Entschädigungen für
sinnvoll und bezahlbar beurteilt. "Der Bundesrat verlangt das, was
bei den Niederländischen Eisenbahnen schon Standard ist," erklärt
Engel. "Es wäre verheerend, wenn das Fahrgastrechte-Gesetz die
deutschen Eisenbahnen als verspätungsanfällig und wenig
leistungsfähig einstufen würde."
"Die Verbraucher werden es auch begrüßen, wenn Fahrgastrechte
verständlich formuliert werden," erklärt Engel. "Es zeigt sich, dass
die Bundesländer, die im Bundesrat vertreten sind, bereits über
umfangreiche Praxiserfahrungen mit Eisenbahnbetrieb und
Fahrgastbeschwerden verfügen." Die Bundesländer bestellen die
Nahverkehrszüge und verantworten damit über 90 Prozent des
Reisezugangebots auf dem deutschen Schienen und geben dafür jährlich
rund 8 Milliarden Steuermittel aus. "Wenn diejenigen, die für die
Qualität des Schienenverkehrs verantwortlich sind, mehr Rechte für
ihre Kunden fordern, dann sollte das dem Bundestag zu denken geben,
der demnächst über die Fahrgastrechte zu beraten hat."
Zwischen den Regierungsparteien CDU/CSU und SPD ist strittig, wie
viele Rechte den Fahrgästen zustehen sollen. "Während Kräfte aus der
CDU/CSU mehr wollen als den EU-Mindeststandard, hat die SPD
effiziente Verbraucherrechte seit Jahren immer wieder abgeblockt,"
erläutert Engel. "Die Verbraucher erwarten, dass die SPD sich nicht
erneut durch den Schutz der Deutschen Bahn vor Verbraucherrechten
profiliert."
Zu einem weiteren Schutz der Deutschen Bahn vor Verbraucherrechten
sieht der Fahrgastverband keinen Anlass. "Die Deutsche Bahn erhöht
zum 14. Dezember wieder ihre Fahrpreise um einen saftigen Aufschlag.
Davon können bessere Fahrgastrechte bequem bezahlt werden," so Engel.
"Trotz teurer Fahrkarten haben Fahrgäste bis heute entweder gar keine
Rechte oder werden mit kleinen Gutscheinen abgespeist."
Der Fahrgastverband PRO BAHN informiert über die seit über 70
Jahren unveränderten Fahrgastrechte umfassend auf der Internetseite
www.fahrgast-rechte.de .
Originaltext: PRO BAHN e.V. Bundesverband
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/35043
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_35043.rss2
Pressekontakt:
Rainer Engel, 0173-5454559
Karl-Peter Naumann, 0172-2673784
Hartmut Buyken, 0170-9154784
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