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(01.12.2008) (ots) - Die globale Finanzkrise hat Bayern erreicht, Horst
Seehofer verordnet seiner Landesbank den Abschied vom Dasein eines
Global Players, künftig sollen kleinere, dafür aber deutlich solidere
Brötchen gebacken werden. Das Überleben wird trotz katastrophaler
Verluste vorerst garantiert, dafür wird ein Viertel der Belegschaft
gehen müssen. Schluss mit großen Auftritten und Geschäften von New
York über London und Schanghai bis nach Tokio und Hongkong. Die
Zukunft heißt Geschäfte vor allem mit dem Mittelstand von München
über Nürnberg bis nach Würzburg. Die Konsequenzen, die die bayerische
Staatsregierung da zieht, sind zwar richtig, aber der Weg, den sie
gewählt hat, ist völlig verkehrt. Denn sie hält weiter daran fest,
die Landesbank als ihr ureigenes Finanzinstrument gebrauchen zu
wollen. Dafür ist ihr offenbar nahezu jeder Aufwand recht, denn sie
greift zu ihren eigenen Steuermilliarden, lässt sogar die bisherigen
guten Partner, die Sparkassen außen vor, deren 50-Prozent-Anteil
deshalb massiv sinken wird. Und sie folgt den überhaupt nicht guten
Beispielen Baden-Württembergs, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts und
verschmäht bei ihrer Radikalkur sämtliche bereitstehenden
Bundesmittel. Der Grund ist offensichtlich: Man will weiter allein
das Sagen in einem Institut haben, mit dem man bisher schon nicht
immer besonders glücklich, und ganz sicher nicht immer konsequent
nach den Regeln des königlichen Kaufmanns politisch gestaltet hat.
Das wird sich auf Dauer aber kaum durchhalten lassen, vor allem nicht
gegen die Sparkassen, die überdies den Bund hinter sich wissen. Sie
haben längst gute und richtige Pläne in der Schublade, die Zahl der
Landesbanken bundesweit von derzeit sieben auf drei zu reduzieren.
Das wäre vernünftig, denn Reibungsverluste kosten immenses Geld, von
doppelten und dreifachen Kosten gar nicht zu sprechen. Doch so weit
sind wir offenbar noch lange nicht. DererneuteAlleingang, diesmalin
München, spricht Bände.
Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz
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