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Klostermedizin: Die Geheimrezepte der Mönche



(pp) Die Geheimrezepte von Mönchen und Schwestern in den Klöstern werden neu entdeckt. Das alte Wissen, mit dem die Mönche schon vor 1000 Jahren Krankheiten bekämpften, wird an der Uni Würzburg von Wissenschaftlern auf seine Wirksamkeit überprüft. Mehr als 450 Heilpflanzen untersuchten die Forscher und stellten dabei weiter


Bluthochdruck: Gefährlicher Morgenhochdruck

(21.02.2005) (pp) Nicht nur der Tänzer in der Disko, auch sein Blutdruck folgt rhythmischen Gesetzen. Während der Nacht sinkt er um zehn bis 20 Prozent ab und steigt am frühen Morgen drastisch an. Für einen gesunden Menschen ist das kein Problem, sondern die Grundlage seiner Tagesfitness. Für einen Bluthochdruckpatienten ist dieser Morgenhochdruck jedoch lebensgefährlich. Die meisten Fälle eines plötzlichen Herztods treten morgens zum Zeitpunkt des Aufwachens oder kurz danach auf und sind mindestens dreimal häufiger als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt des Tages. Auch die Zahl der Schlaganfälle und Hirnblutungen liegt um diese Zeit deutlich höher.
Therapeutische Lücke am Morgen
Wird Bluthochdruck frühzeitig erkannt, lässt er sich medikamentös gut behandeln. Die meisten Medikamente werden in die Tagesroutine eingebaut und am Vormittag eingenommen. Aber viele davon wirken über mehrere Stunden hinweg Blutdruck senkend, leider aber nicht 24 Stunden lang. Das Ergebnis: Ausgerechnet dann, wenn es lebensgefährlich wird, versagt ihre Wirkung. Mediziner nennen das eine therapeutische Lücke. Auf die Dauer kann ein Nierenschaden die Folge sein. Bleibt er unerkannt, kommt es zu einem Teufelskreis aus Mangeldurchblutung der Niere, weiterem Blutdruckanstieg, stärkerem Nierenschaden und erneutem Blutdruckanstieg. Prof. Dr. med. Roland Schmieder, leitender Oberarzt an der Universitätsklinik Erlangen, empfiehlt Bluthochdruckpatienten deshalb grundsätzlich eine Urinuntersuchung auf Eiweißspuren im Mikrobereich. Eine solche Untersuchung gehört noch nicht zur ärztlichen Routine, weshalb man seinen Arzt darauf ansprechen sollte. In der Apotheke erhält man entsprechende Tests in Form von Mikroalbumin-Schnelltests. Damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden, darf man zur Zeit der Probennahme keine Blasen- oder Harnwegsentzündung haben.
Sind zwei von drei Tests positiv, so Schmieder, ?ist von einer beginnenden Nierenschädigung auszugehen. Dann ist es höchste Eisenbahn, etwas zu unternehmen.
Denn in der Frühphase sei noch eine Heilung möglich, so dass die Medikamente eventuell nach einiger Zeit abgesetzt werden können. Wartet man zu lange - Nierenschrumpfungen sind eine ganze Weile unauffällig und nicht schmerzhaft -, dann ist der Schaden nicht mehr rückgängig zu machen. Im schlimmsten Fall droht die Nierenwäsche dreimal die Woche.
24 Stunden Schutz sollten sein
Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt Professor Schmieder, auf ein Medikament zurückzugreifen, das wenigstens 24 Stunden wirkt und ebenfalls von der Krankenkasse bezahlt wird. Günstig seien auch Präparate, die zwei bis drei Tage wirken, falls man einmal seine Pille vergessen hat. Die Mahnung des Professors kommt nicht von ungefähr: Bei der Aktion Morgenhochdruck der Deutschen Hochdruckliga ließen etwa 60.000 Hochdruck-Patienten aus 3.000 Arztpraxen ihre morgendlichen Blutdruckwerte prüfen. Die Ergebnisse waren katastrophal: Obwohl diese Patienten Blutdruck senkende Medikamente erhielten, wiesen lediglich 22 Prozent der Untersuchten frühmorgens normale Blutdruckwerte auf. Mit anderen Worten: Nicht einmal jeder Vierte war ausreichend behandelt. Dabei, so Schmieder, zählt jeder Millimeter Hg [Millimeter Quecksilbersäule, Messwert für Blutdruck]. Schon zwei Millimeter weniger können das Schlaganfallrisiko in einem Zeitraum von fünf Jahren um 15 Prozent verringern.
Bluthochdruck ist eine der wichtigsten Ursachen für Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Um festzustellen, ob man an Bluthochdruck leidet, genügt keine Einzelmessung beim Arzt. Vielmehr sollte man dafür eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchführen, bei der man vom Arzt ein kleines Gerät mitbekommt, das rund um die Uhr in regelmäßigen Intervallen und automatisch den Blutdruck misst. Wie gefährlich Bluthochdruck ist, zeigen folgende Zahlen: Unbehandelte Bluthochdruckpatienten haben ein achtmal höheres Schlaganfallrisiko - in Deutschland erleidet alle zwei Minuten jemand einen Schlaganfall -, ein sechsmal höheres Risiko einer schweren Nierenerkrankung und ein dreimal höheres Herzinfarktrisiko. Besonders betroffen sind Männer, bei Frauen nimmt Bluthochdruck erst nach der Menopause deutlich zu und erreicht in späten Jahren annähernd die gleichen Raten wie bei Männern.
Was man gegen Herzinfarkt ohne Medikamente tun kann
Experten gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent aller Bluthochdruckfälle erblich bedingt sind. Erblich ist allerdings nicht die Krankheit selbst, sondern nur die Anlage dazu. Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich einer Hypertonie gut vorbeugen. Maßnahmen, die dabei helfen:
- Gewicht abnehmen: 1 Medikament schafft ca. 10 - 20 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule, Abkürzung RR nach dem italienischen Kinderarzt Riva-Rocci) Blutdrucksenkung. In etwa dieselbe Wirkung hat die Abnahme von fünf bis sieben Kilo Körpergewicht.
- Alkoholkonsum reduzieren. Männer sollten das Maximum von 40 Gramm Alkohol täglich nicht überschreiten (bei einem fünfprozentigen Bier entspricht das zwei Gläsern à 0,4 l, bei einem 12-prozentigen Wein ca. zwei Gläsern à 0,2 l), für Frauen gilt die Hälfte.
- Weniger Kochsalz verbrauchen
- Rauchen einstellen
- Stress abbauen
- Mehr bewegen: Hier nützt jeder dynamische Sport und jede Treppe anstatt eines Fahrstuhls.
Tipps gegen die Vergesslichkeit
- Bewahren Sie Ihre Medikamente dort auf, wo Sie ?darüber stolpern, z.B. neben Ihrer Lieblingsmarmelade oder im Zahnputzbecher.
- Heften Sie selbstklebende Notizzettel an Stellen, wo sie stören, z.B. an den Spiegel im Badezimmer. Aber Vorsicht, man gewöhnt sich daran; deshalb Ort oder Aufmachung des Aufklebers gelegentlich wechseln.
- Einen ähnlichen Zettel können Sie an die Innenseite der Ausgangstür kleben - als letzte Versicherung.
(Bobby Langer)

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