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Erfurt Pilgerreise



So mancher erinnert sich sicher noch an die Langeweile, die er im Konfirmandenunterricht schob. Später im Leben verschiebt sich die Perspektive und der Blick darauf meistens und man erkennt, dass die Werte, um die es ging, in tieferem als in einem neuen Handy, einem Motorroller und anderen materiellen Gütern bestanden.

Trotzdem: weiter



Berlin auf zwei Rädern

(05.09.2008)

Stadtführungen sind vielen ein Graus – so ist es also kein Wunder, dass man seitens der Stadtverwaltungen gerne versucht, diese attraktiver zu gestalten. Kostümierte Stadtführer oder Themenführungen durch alte Kasematten, Kriminalführungen oder Stadtrundfahrten mit der Rikscha sind bei ihrer Einführung innovativ und beleben eine angestaubte Tradition. Das Publikum nimmt solche Novitäten dankbar an. So kann man Berlin nun auch mit dem Segway erobern. Wer nicht mitbekommen hat, was das ist, wird hier aufgeklärt: es ist eine Art Rollervorderteil ohne Hinterteil. Nur motorisiert! Immerhin bis zu zwanzig Stundenkilometer schnell kann man damit fahren. Ein Riesenspaß - und eine verkehrstechnische Herausforderung, denn so ein Gefährt hat noch niemand auf der Rechnung!

Bisher kostet ein Segway schlappe 3000 Euro. Man stellt sich einfach auf die kleine Plattform über den Rädern, verlagert sein Gewicht nach vorne und los geht’s. Eine Bremse gibt es nicht; man stellt sich einfach wieder aufrecht hin und der Roller bleibt stehen. Bisher dürfen die einachsigen Motorroller nur mit einer Ausnahmegenehmigung auf die Radwege. Nun will aber der Bundesverkehrsminister die volle Fahrerlaubnis auf Radwegen erteilen und stößt damit auf Proteste. Denn erstens sind viele Radwege zu schmal und werden auch noch gerne zugeparkt, so dass schon die Radfahrer Probleme haben, durchzukommen. Und zweitens ist der Segway recht schnell und kann von Ungeübten nicht sofort ohne Probleme gefahren werden. Zudem wäre eine Kollision mit einem Passanten bereits bei Tempo 15 fatal! Man müsste also im Zuge der Betriebserlaubnis auch gleich ein Tempolimit für Fußgängerzonen und Radwege im Stadtgebiet erlassen und eine Helmpflicht überlegen.

Auch in anderen Städten der Bundesrepublik befasst man sich bereits mit diesen Fragen. Angesichts des Preises eines Segways muss vielleicht niemand eine Invasion solcher Fahrzeuge fürchten: Andererseits: bei Rollerblades und silbernen Minirollern boomte es auch. Der Spaßfaktor ist eben manchmal wichtiger als der Preis!



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