Norbert Haug im stern: "Man muss sich auch trennen können"

(17.10.2007) (ots) - Für den Fall, dass der spanische Formel1-Fahrer Fernando Alonso nach Saisonende den Rennstall McLaren-Mercedes verlassen möchte, signalisiert Mercedes-Sportchef Norbert Haug Gesprächsbereitschaft. "Wenn jemand seinen absoluten Willen ausdrückt, nicht zu können und nicht zu wollen, dann gäbe es Mittel und Wege der Trennung", so der 54-Jährige in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Wir haben einen gültigen Vertrag, und nach dem letzten Rennen wird sich zeigen, was Sache ist. Es gibt ja auch die Mutmaßung, wir könnten Alonso nächstes Jahr auf Eis legen und einfach nicht fahren lassen. Das ist überhaupt nicht unser Stil. Wir werden niemanden abstrafen, auch wenn er sich falsch verhalten haben sollte."

Auf die Frage, ob es überhaupt vorstellbar wäre nach den ganzen Streitigkeiten zwischen Alonso und seinem Team sowie Alonsos Verhalten in der Spionage-Affäre mit Ferrari, dass der Spanier auch in Zukunft für McLaren-Mercedes fahren könnte, antwortet Haug: "Das diskutieren wir nach der Saison. Jetzt sind alle Kräfte erforderlich, um beim Finale alles richtig zu machen. Unter schwierigen Bedingungen besser zu sein ist ein hoher Anspruch."

Haug erinnert im Gespräch mit dem stern an vergangene Auseinandersetzungen mit Piloten in seinem Rennstall: "Ich bin großer Förderer der Fahrer, ich bin aber ein noch größerer Kritiker, wenn erforderlich. Gelegentlich muss man auch einen Strich drunter machen, das hat sich bei Nigel Mansell und Juan Pablo Montoya gezeigt. So prosaisch es in diesem Zusammenhang klingen mag: Man muss sich auch trennen können, was ausdrücklich nicht bedeutet, dass hier Beschlüsse gefasst sind."

Sollte Alonso beim Saisonfinale am Sonntag in Sao Paulo Weltmeister werden, würde Norbert Haug dem Spanier "von Herzen" gratulieren. Haug: "Ich bin Sportsmann - ob er das in allen Äußerungen war, darüber können wir mal nach der Saison sprechen. Der Titel wäre eine große Leistung für unser Team. Und das in einem Jahr, in dem man es uns nicht leicht gemacht hat - und wir es uns selbst manchmal auch nicht leicht gemacht haben."

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