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(04.08.2004) (pp) Dass Ungarn ein Land begeisterter Wassersportler ist, machte István Török der Welt klar. Der Ungar fuhr im Sommer 1989 von Budapest aus in einem Rennkanu los und ruderte sich auf einem Knie durch ganz Europa, danach durch den Ärmelkanal und über England sogar bis an den westlichsten Punkt Irlands. Die 3.500 Kilometer schaffte er in 101 Tagen.
Balaton (Plattensee, das ungarische Meer)
Der Balaton bzw.Plattensee, größter See Mitteleuropas, ist 595 Quadratkilometer groß (Bodensee: 571 Quadratkilometer) und und das wichtigste Segelsportgebiet Ungarns mit zahlreichen gut ausgerüsteten Häfen und Jachtklubs. Wegen der geringen Wassertiefe erwärmt sich der See im Sommer rasch und ist damit ein idealer Badesee. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 3-3,6 m, die tiefste Stelle in der Enge von Tihany hat 12,5 m. An seiner Nordseite ist der See bereits wenige Meter vom Ufer entfernt 1,2-2 m tief, während die Südseite etwa 300-500 m vom Ufer entfernt nur 0,5-0,8 m tief ist. Auch Bootsausflüge am Balaton entlang sind beliebt. Auf dem See dürfen keine von Verbrennungsmotoren angetriebenen Boote benutzt werden. Für eine Balaton Rundfahrt mit einem Boot müssen 8-10 Tage gerechnet werden, mit 1-3 Ruhetagen. Zur Durchführung der großen Rundfahrt - auf dem Kurs Siófok - Enge von Tihany - Nordufer - Keszthely - Mündung des Flusses Zala - sind 3-5 Tage und 1-3 Ruhetage erforderlich.
Fertõ-See (Neusiedler See) Der zweitgrößte See Ungarns und der drittgrößte Mitteleuropas hat eine Fläche von 337 Quadratkilometern und ist größtenteils kein Badesee. Das südliche Viertel mit 82 qkm gehört zu Ungarn, der übrige Teil zu Österreich. Der sehr alte, mit Schlamm aufgefüllte, leicht salzige Steppensee hat nur eine durchschnittliche Tiefe von 1,2-1,5 m, die tiefste Stelle liegt bei 1,6 m. 1886 war der Fertö-See vollständig ausgetrocknet. Die salzhaltigen Pusztas, die Moore und Seen in der Umgebung sind ausgezeichnete Brutstätten für die Zugvögel und für die hier heimischen Vögel. Der Rand der Wasserfläche und die Ufer sind von sauren Grasstreifen bedeckt, weiter nach innen kommt der breite Schilfstreifen, danach der offene Wasserspiegel. Der See gehört zum Nationalpark Fertõ-Hanság.
In der Bucht von Fertõrákos ist ein Segelschiff- und Bootsverleih zu finden, hier legen Ausflugsschiffe an. In der kleinen Bucht kann man baden, rudern, mit dem Segelboot fahren und surfen. Die den See teilende Landesgrenze darf nur mit Genehmigung der ungarischen Grenzwache überschritten werden.
Der Velence-See (See des Sonnenscheins)
Der fischreiche Velence-See ist der drittgrößte natürliche See Ungarns, 26 qkm groß und durchschnittlich 1,9 m tief, doch bei Agárd-Hosszútisztás und an der Kajak-Kanu-Bahn von Velence ist er 3-3,4 m tief. Ca. 40 Prozent des Sees sind mit Schilf bedeckt, der westliche Teil ist ein unter Naturschutz stehendes Vogelreservat, das man nur mit Genehmigung betreten darf. Die Wasserstraßen des Schilfs, seine ?Gassen? und Lichtungen lassen sich auf den Touristenkarten gut verfolgen. Am Rand des Schilfs sind viele Anglerstege zu finden.
Auf dem Velence-See dürfen kleine Segelschiffe mit Schwert und handbetriebene Boote ohne Verbrennungsmotoren fahren. Die Hilfsmotoren der Segelschiffe dürfen nur in Gefahrensituationen und beim Aus- und Einlaufen verwendet werden.
Zelten darf man nur an den dafür vorgesehenen Stellen und auf Campingplätzen. Der See kann vier bis sechs Tage hindurch (mit ein bis zwei Ruhetagen) umrundet werden, wobei man am Ufer auf einem Campingplatz zeltet.
Der Theiß-See Bei der Fahrt durch die sich aus dem Hauptbett öffnenden, so genannten Auswaschkanäle gelangt man zum offenen Gewässer, wobei Baumstümpfe und Untiefen das Vorankommen erschweren. Bei Hochwasser werden die Eingänge der Kanäle mit Schleusentoren verschlossen. Der obere Teil des Sees, die Bucht von Tiszavalk, ist ein Vogelschutzgebiet. und kann nur mit dem Boot erreicht werden. Für Wassersport eignet sich die Bucht von Abádszalók mit einer Fläche von 14 qkm am besten. Hier sind auch Motorboote zugelassen. Der mittlere Teil des Sees ist ein wahres Anglerparadies, das größte zusammenhängende Angelgewässer Ungarns, in dem mehr als 50 Fischarten leben, darunter zwölf unter Naturschutz stehende Arten. Mit großer Vorliebe werden die Auwälder entlang der Ufer des Sees wegen ihres reichen Wildbestandes von den Jägern aufgesucht. Ohne Begleitung eines Wasserfahrzeugs ist es auf dem gesamten Theiß-See verboten, in einer Entfernung von mehr als 500 m vom Ufer zu schwimmen und zu baden. Für Wasserwanderer stehen detaillierte Wassertouristenkarten zur Verfügung.
Gerhard Maciolek
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