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(01.08.2004) (pp) Umweltschutz genießt in Polen einen hohen Stellenwert. So wurden zum Gewässerschutz nach 1989 Hunderte von Kläranlagen neu gebaut oder ausgebaut. Inzwischen gilt die Qualität des Wassers an der Ostsee allgemein als gut. Die 694 km Küste Polens gehören zu den schönsten Abschnitten der Ostseeküste mit gigantischen Dünenwällen, vereinzelten Steilhängen, sandigen Nehrungen mit abgeriegelten Buchten oder abgeschlossenen Strandseen. Die unzähligen Seen Masurens sind größtenteils durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden. Polens größter Binnensee und Heimat einer größeren Zahl der selten gewordenen Graureiher ist das ?Masurische Meer?, der Spirdingsee, mit einer Fläche von 122 km².
Besonders geschützte Gebiete sind die 23 polnischen Nationalparks, die eine Fläche von rund 300.000 Hektar umfassen. Hier finden sich einzigartige Wald-, Sumpf-, Seengebiete und Dünenlandschaften, die ein Schutzraum für Pflanzen und Tiere sind. Den Besuchern, die auf den besonders ausgewiesenen Wegen die Nationalparks erkunden, bieten sich einzigartige Naturerlebnisse.
Besonders hervorzuheben sind der Babiogorski-Nationalpark mit dem Babia Gora, dem mit 1725 Metern höchsten Berg der Beskiden, der Bialowieski-Nationalpark, der Slowinski-Nationalpark an der Ostsee und der Kampinoski-Nationalpark nahe Warszawa (Warschau). Der Babiogorski-Nationalpark wurde schon 1954 angelegt, hat eine Fläche von 3.400 Hektar und ist in die Liste der Biosphären-Reservate der UNESCO eingetragen. Zu den Bewohnern des Gebiets gehören Wölfe, Bären und rund 120 verschiedene Vogelarten. Noch älter ist der Bialowieski-Nationalpark. Dieser letzte Urwald in Europa ist in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingetragen. Der Park in der Woiwodschaft Podlaskie an der Grenze zu Weissrussland wurde 1921 gegründet. Nur ein Teil des Urwalds darf mit Führern auf ausgewiesenen Wegen besucht werden. Insgesamt finden sich hier rund 5.000 verschiedene Pflanzen sowie 15.000 Tierarten. Größte Bewohner des Urwalds sind die etwa 250 Wisente, die dort in freier Wildbahn leben. Im Slowinski-Nationalpark (Schutzgebiet seit 1967) bei Leba an der Ostsee gibt es die schönsten Wanderdünen Europas. Die größte Düne ist etwa 42 Meter hoch und bedeckt eine Fläche von rund 300 Hektar. Im Bereich des Nationalparks gibt es auch vier vom Meer abgetrennte salzige Seen, die Brutstätte von mehr als 250 Vogelarten sind. Die Dünen sind die größte Attraktion der Ostseeküste und sie werden jährlich von etwa 800.000 Menschen besucht. Der Kampinoski-Nationalpark grenzt unmittelbar an die Hauptstadt. Er wurde 1959 eingerichtet und umfasst eine Fläche von rund 38.000 Hektar. In dem ehemaligen Urstromtal der Weichsel wechseln sich mit Pinien und Kiefern besetzte Dünen und sumpfige Laubwälder ab. Die Dünen erreichen Höhen von bis zu 30 Metern. Im gesamten Gelände wurden rund 150 verschiedene Vogelarten registriert. Der Park ist seit 2000 als Welt-Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt. Durch den Nationalpark führen rund 350 Kilometer markierte Wander- und Radwege.
Landschaftlich besonders reizvoll ist Masuren - das Land der 1.000 Seen, von denen die meisten untereinander verbunden sind. Kanufahrten und Wassersport sind deshalb typisch masurische Aktivitäten. Im Winter ist Eissegeln auf den zugefrorenen Seen und Kanälen besonders beliebt.
Gerhard Maciolek
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