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(24.10.2001) (rgz) Fasten im Sinne einer freiwilligen Nahrungsverweigerung können Tiere nicht. Eine teilweise bis vollständige Reduktion der Nahrungsaufnahme ist hingegen weit verbreitet. Verletzte oder kranke Tiere fressen instinktiv nicht, bis die Symptome abgeklungen sind. So kann sich der Körper vollständig während auf die Heilung konzentrieren und wird nicht durch die Verdauungsarbeit belastet.
Wochen- und monatelanges unfreiwilliges Fasten gehört hingegen zum normalen Rhythmus vieler in freier Wildbahn lebender Tiere. Der Steinbock, die Gämse, der Hirsch und auch das Murmeltier fressen sich im Herbst den Winterspeck an, von dem sie dann zehren, der Eisbär fastet den Sommer hindurch, bis er im Winter wieder jagen kann. Die Fastenzeit von Murmeltier, Igel und Hamster ist ihr Winterschlaf, Blauwale fasten in den Tropen, ehe sie in die planktonreichen arktischen Zonen zurückkehren, Steinbock, Gämse und Hirsch hingegen müssen einen harten Kampf gegen Schnee und Kälte durchstehen und in lebensgefährlichen Kämpfen Rivalen in die Flucht schlagen, ehe sie für Nachwuchs sorgen. Die verkriecht sich Bärenmutter in ihrer Höhle und bringt im Winter meistens 2 Junge zur Welt, die sie, ohne zu fressen und trinken, allein aus ihrem Fett nährt. Putzmunter kommt die Familie Bär im Frühjahr wieder aus ihrer Höhle. Fast alle Raubtiere fressen, wenn sie Nahrung finden; können sie keine Beute machen, leben sie aus ihren Nahrungsdepots. Einen Weltrekord im Fasten hält der Königspinguin. Er ist in der Lage, bis zu sechs Monaten pro Jahr bei antarktischer Kälte ohne Zufuhr von Nahrung zu verbringen. Zu guter Letzt watschelt er ca. 60 Kilometer, die ihn vom Meer und seiner Hauptnahrung Fisch noch trennen.
Nahezu in der gesamten Tierwelt wechseln Phasen mit hohem und mit niedrigem Nahrungsangebot einander ab. Nur dem Menschen ist es gelungen, diese natürlichen Fastenperioden aufzuheben.
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