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Kaulquappen im All



Als Kinder hatten wir Kaulquappengläser, um die Natur zu erforschen. Der spannende Weg von der winzigen Quappe zum Frosch erschien so wenig glaubhaft, dass alle Ermahnungen unserer Mütter, ihr kein Glibberzeug in die Wohnung zu schleppen, wenig fruchteten. Heute weiß man als Stadtkind kaum noch, was eine Kaulquappe ist – geschweige weiter



Jurassic Park in Obernkirchen

(15.09.2008)

Manchmal holt die Vergangenheit uns ein! Es ist besonders schön, wenn dies nahe einem kleinen Ort geschieht, den man nicht unbedingt auf der Rechnung hat. Obernkirchen ist so ein Ort. Er legt in Niedersachsen in der Nähe von Rinteln. Und ausgerechnet von dort kommt die Meldung, dass ein Team des Landesmuseums Hannover insgesamt 49 Fußabdrücke verschiedener Raubsaurier entdeckt hat.

Das ist mehr als sensationell! Nirgendwo auf der Welt wurden je so viele gut erhaltene Saurierspuren einer Art gefunden! Alle bekannten Funde aus China, Korea, dem Niger und dem US-Bundesstaat Utah können nicht mithalten. Zum ersten Mal konnten Fährten dieser Raubsaurierart in Europa nachgewiesen werden. Die Spuren stammen von den so genannten Velociraptoren, die man sich als vogelartige, aber flugunfähige Saurier vorstellen muss. Sie hatten ihren Lebensraum anscheinend nicht nur in Asien, sondern auch in Europa. Der hüfthohe Saurier gelangte bereits im Film „Jurassic Park“ zu Ruhm.

Man muss sich wundern, wie lange die Forscher ihr Geheimnis hüten konnten! Denn bereits im Jahre 2007 hatten sie begonnen, auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern die Spuren von fünf oder sechs Dinosaurierarten zu sichern. Man weiß nicht, was sie dort wollten. Obernkirchen gab es jedenfalls vor 140 Millionen Jahren noch nicht und in den dortigen Gemeinderat wollten die Dinos also nicht gewählt werden. Man geht davon aus, dass sich in einer urzeitlichen Lagune zwei Herden von Iguanodons begegneten. Die Tiere waren Pflanzenfresser. Man kann aufgrund der gefundenen Trampelpfade erkennen, dass die Urzeitriesen im Rudel lebten und eine Furt überquerten. Ob eine Sturmflut die Spuren bis in die Ewigkeit herüber rettete, ist noch unklar. Auf jeden Fall hoffen die Forscher, aufgrund der Spuren Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Tiere ziehen zu können. Wer die Dinospuren sehen möchte, sollte zum Tag der Offenen Tür am 21. September 2008 in die Obernkirchner Steinbrüche fahren.



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