(18.09.2008) Man glaubt ja nun als Laie, dass in Berlin mittlerweile alle Plätze mehrfach umgegraben und bebaut worden sein sollten und Überraschungen nicht mehr zu erwarten sind. Doch scheinbar kann man überall auf Erden unerwartete Funde machen – selbst in einer Weltstadt wie dieser.
Bereits im August hatten Archäologen bei Grabungen rund um die einstige Petrikirche in Berlin-Mitte 2000 Gräber entdeckt. In ihnen wurden weitaus mehr Skelette gefunden als Gräber vorhanden waren. Doppel- und Dreifachbelegungen waren keine Seltenheit. Man nimmt bisher an, dass die Knochenreste aus dem Mittelalter stammen. Der Fundort in der Nähe des Schlossplatzes ist wohl Teil einer mittelalterlichen Keimzelle, aus der später die Stadt Berlin erwuchs. Als Beleg der frühen Stadtgeschichte soll die Ruine nun für Besucher zugänglich gemacht werden. Dabei will man die archäologischen Spuren weitgehend erhalten und den Platz um die ehemalige Kirche neu gestalten. Man denkt an die Einrichtung archäologischer Fenster im ganzen Stadtgebiet, durch die Einblicke in die Vergangenheit Berlins möglich sein werden.
Es ist doch schön, wenn man durch solche Funde immer mal innehalten muss und sich entsinnt, dass nicht immer alles so war, wie es ist. Und auch, das alles vergeht, was wir heute allzu wichtig nehmen! Denkt man über solche Geschichten nach, kommt einem vielleicht die Frage in den Sinn, was sie von uns einmal ausgraben werden. Welche Rückschlüsse werden die Forscher zukünftiger Zeiten aus Bergen alter Handys und Burgerverpackungen auf unser Leben zu ziehen? Jeder Ort von heute ist die potentielle Keimzelle für einen neuen in der Zukunft, wie alte Ausgrabungen belegen, bei denen man mehrere Städte übereinander freilegte. Die spannende Frage: wächst die Erde dann im Außenumfang?! Tja! Wissenschaftler müsst man sein!
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