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Kaulquappen im All



Als Kinder hatten wir Kaulquappengläser, um die Natur zu erforschen. Der spannende Weg von der winzigen Quappe zum Frosch erschien so wenig glaubhaft, dass alle Ermahnungen unserer Mütter, ihr kein Glibberzeug in die Wohnung zu schleppen, wenig fruchteten. Heute weiß man als Stadtkind kaum noch, was eine Kaulquappe ist – geschweige weiter



Orakel-Prognosen revisited

(19.09.2008)

Voraussagen sind immer nur so lange gut, bis sie eintreffen. Oder eben auch nicht! Selbst so ein renommiertes wissenschaftliches Institut wie das Karlsruher Fraunhofer-Institut kann bezüglich seiner Voraussagen keine Garantie geben, dass sie auch eintreffen. Denn da sind ja noch wir, die Verbraucher. Was man uns auch von Seiten der Industrie und Wissenschaft hinhält: wir wählen trotzdem nur das, was uns gefällt und Nutzen verspricht.

Die in Karlsruhe gaben 1998 eine Studie in Auftrag, die feststellen sollte, wie das Leben heute sein würde. Da waren keine Phantasien gefragt, sondern wissenschaftlich Machbares. Die Studie ging als Delphi-Studie in die Geschichte ein. Man erinnert sich an das Orakel von Delphi und schmunzelt – denn selbst diese Instanz soll sich ja mal geirrt haben. Der Geschichte werden Irrtümer aber nur selten überliefert! Das Fraunhofer Institut musste sich von der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ gefallen lassen, die damalige Studie auszuwerten. Und siehe da: es gab so viele Treffer wie Lattenschüsse! Wo sind die fliegenden Autos oder die Impfung gegen Aids, die man damals für wahrscheinlich hielt? Die meisten Angestellten arbeiten heute nicht von zu Hause aus – im Gegenteil: es gibt weniger Bildschirm-Heimarbeitsplätze als je zuvor. 2000 Wissenschaftler waren damals befragt worden. Schön, dass wir auch ein bisschen mitzureden haben! Wenn man es bei Licht betrachtet, könnten wir unsere Marktmacht weitaus effektiver ausspielen! Wie viele Produkte siegesgewiss den Antritt in den Markt machen und dann kurz nach ihrer Einführung still und leise den Weg des Gerechten gehen, würde uns brennend interessieren! Richtig lagen unsere Forscher bei der Nutzung von E-Mails, Handys und Online-Banking. Die Bedeutung des Internets unterschätzten sie aber. Dabei shoppen wir mittlerweile lieber dort statt in den althergebrachten Kaufhäusern! Digitalkameras und Flachbildschirm haben wir erwartungsgemäß angenommen. Ihr Nutzen war eben groß genug!

Dass noch unzählige nützliche Dinge in den Schubladen der Forscher schlummern, bis man uns ihre Nutzung zutraut, wissen wir auch. Dazu müssen wir kein Orakel strapazieren.



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